Mein Freund Google?!

Es ist ja schon recht interessant, dass eine Suchmaschine zum universellen Lebensratgeber werden kann. Im Fall von Google wird dies besonders deutlich: Schon seit Längerem werden hier unterhalb des Eingabefeldes Suchvorschläge angezeigt. Das kann – nicht nur – für die etwas passiveren Zeitgenossen, die sich gerne an den Entscheidungen anderer orientieren, wirklich nützlich sein. Auch erspart diese Möglichkeit häufig wertvolle Tippzeit. Und nicht zuletzt lassen sich damit – zuweilen interessante, doch viel häufiger kuriose – Trends & Themen identifizieren, die Menschen anscheinend wirklich interessieren. Hier mal ein Ausschnitt:

Kuriose Google-Empfehlungen

Kuriose Google-Empfehlungen

Es ist mir schleierhaft, was Google dazu veranlasst, gerade die Frage nach der optimalen Beschaffenheit des männlichen Intimbereichs ganz nach oben zu stellen. Vielleicht wird Google von unverhältnismäßig vielen trikottragende Bikern genutzt – oder man(n) will auch auf den uns drohenden Nacktscanner-Bildern einen „reinen“ Eindruck machen. Wie dem auch sei – es ist ziemlich lustig.

Die Tatsache, dass 30% der Suchvorschläge die Schweinegrippe thematisieren impliziert, dass sie auf aktuellen (oder nicht allzu weit zurückliegenden) Suchtrends basieren. Interessant ist auch, dass weitere vier Vorschläge das Thema nicht mehr allzu lang währende Beziehungen betreffen.  Google weiß alles, sagt aber (hoffentlich) nichts weiter. Bedenklich dagegen, dass sich auch die Frage „soll ich mich umbringen“ einen Platz in den Top10-Empfehlungen gesichert hat.

Die „Soll ich jetzt den Knaller zünden“-Empfehlung hat bei mir ebenfalls erst einmal nur ein großes Fragezeichen über dem Kopf erzeugt. Nach ein wenig Recherche stellte sich heraus, dass diese Frage ursprünglich am Ende des Ärzte-Liedes „Angeber“ gestellt wurde. Nun scheint sich darum eine eigene kleine YouTube-Kultur entwickelt zu haben.

Ich bin mir sicher, dass man hier noch wunderbar weiter analysieren und mutmaßen könnte. Da ich dieses Suchvorschläge-Bild aber eigentlich nur bei Facebook posten wollte, ist nun schon mehr herausgekommen als ursprünglich geplant war. Auf jeden Fall werde ich Google jetzt mal öfters Fragen stellen – und mich für die Tatsache sensibilisieren, dass man nicht immer das erstbeste Ergebnis nehmen sollte….

Weißwein und die Rheinhessenleber

Das war aber auch schwer... :-)

Weinbeurteilungsbogen mit Zweifeln

Ganz früher war die Welt einfach. Wein schmeckt nicht, da war ich mir sicher. Traubensaft stand bei mir damals ganz hoch im Kurs. Irgendwann im Laufe der Zeit wurde die Sache komplizierter – Wein schmeckte mir zwar immer noch nicht wirklich, doch wenn „lieblich“ auf dem Ettikett stand, war’s in Ordnung. Dann kam ich nach Mainz. Und von dem Zeitpunkt an konnte ich es mir nicht mehr leisten, meine etwas pragmatische Unterscheidung zwischen „süß“ und „nicht süß“ weiter zu vertreten (ebenso wie meine sich als folgenschwer herausstellende Aussage, die Rheinhessen mit den Rheingauern gleichsetzte… sollte man nicht tun). Weiterlesen

Für die Füße

Arme Dänen - Fußmatte KögeKrieg der Nordmänner! Kötbullar gegen Faxe. Spiegel Online berichtet am 5. März 2008 von empörten Dänen und dreisten Schweden. Letztere benennen in Filialen ihres Nationalsymbols IKEA nämlich nicht nur Regale nach modischen Männernamen wie Billy. Vielmehr maßen sich die Schweden an, Fußmatten und Billigware nach dänischen Orten zu benennen – so etwa die Fußmatte „Köge“, ein selten hässliches Exemplar, das auch auf dem obigen Bild zu sehen ist. Hochwertige (wo gibt’s denn bei IKEA sowas?) Produkte tragen dagegen schwedische Namen.  Dass sich die Schweden da nicht mit dem falschen Volk anlegen. Denn spätestens seit Otto Waalkes wissen wir, dass mit Dänen nicht zu spaßen ist:

„Sag doch selbst, / was hast du dir eigentlich gedacht? / Du hast gedacht, mit Dänen / kannst du es ja machen? / Sind ja doch nur Dänen! / Du hast geglaubt, du gehörst zudenen, denen Dänen alles durchgehen lassen? / Nein, nein, mein Freund. / Dänen lügen nicht.“

Adrenalin am Morgen

Adrenalin am Morgen!Wer kennt das nicht? Montags ist sowohl der Körper als auch der Geist noch  längst nicht in Arbeitsstimmung. Übermüdet und noch leicht verkatert quält man sich morgens aus dem Bett und bereut die durchzechten Wochenend-Nächte.

Um das Gewissen ein wenig zu beruhigen, nimmt man sich eine einwöchige Abstinenzphase vor; die miese Stimmung ändert sich durch diesen Vorsatz jedoch nicht ansatzweise. Übellaunig schlurft man daraufhin in die Küche und schlürft einen aufmunternden Kaffee. Bis jedoch die Erkenntnis das Hirn erreicht, dass man mal wieder vergessen hat, den Kaffeefilter vom Freitag auszutauschen, erreicht das heiße ranzige Getränk seine aufmunternde Wirkung schon, indem es die Zunge mit hübschen Brandblasen schmückt. Der Tag fängt gut an. Doch alle Morgenmuffel können aufatmen: Es ist noch nicht zu spät, um das Ruder herumzureißen. Es gibt einen Weg, der sowohl Spaß, Spannung und natürlich Schokolade verspricht. Er heißt: Fahrradtour zur Arbeit durch die Berliner Innenstadt. 

Diese Höllentour bietet definitiv mehr Adrenalin als jede Freizeitpark-Achterbahn, mehr Dramatik als alle Hollywood-Schinken zusammen und eine unvergleichbare Erleichterung, wenn man den Arbeitsplatz ohne Knochenbrüche erreicht. Dieser abgefahrene Extremsport vereint alle Disziplinen, an die sich sonst nur absolute Hardcore-Junkies herantrauen. Ob beim Extrem-Slalom durch verwirrte Rentnermassen oder beim Super-Sprint vor errötenden Ampeln: Der Puls ist auf 180, die Augen lassen dem Lid keine Chance zum Zwinkern und das Adrenalin lässt kalten Angstschweiß auf der Stirn ausbrechen. Hochkonzentriert werden vorfahrtsmissachtende Autofahrer mit erhobener Faust beschimpft während gleichzeitig blitzschnell ein Ausweichmanöver eingeleitet wird. Die Zunge, noch vor einigen Minuten ein völlig überhitztes Objekt, hängt aus dem Mundwinkel heraus und genießt den Fahrtwind. Noch ein paar schnarchende Fahrrad-Zombies überholt, die die tiefgründige Intention unserer Terror-Tour niemals verstehen werden und schon ist man angekommen.

So weit die Theorie eines erfolgreichen Wochenstarts. Vereinfachend wurden störende Faktoren wie übles Wetter, Bürokleidung, die sich in der Fahrradkette verheddert und Kollegen, deren Wochenstart durch den eigenen üblen Schweißgeruch gründlich vermiest wird aus unserer Modellwelt entnommen. Das schadet dem Entwurf jedoch gar nicht – die wenigsten Theorien lassen sich 1:1 auf die Realität übertragen. Und wer genau liest, wird ohnehin den Fehler finden, der die Traumblase der gesammelten Überlegungen platzen lässt:
Es gab nämlich keine Schokolade.

Ich bin ein Berliner!

Lecker Berliner!Seit ziemlich genau einer Woche lebe ich nun in der pulsierenden Hauptstadt unseres schönen deutschen Landes. Hergeführt hat  mich die zweifelhaften Ehre, meine geistige Reifephase für eine profilbildende Berufserfahrung unterbrechen zu dürfen.

Heißt im Klartext: Pflichtpraktikum, nix mehr mit studieren, ab zum Kaffeekochen. Die Prophezeiung des Praktikantenschicksals drückte mir schon vor dem Antritt meiner Berlinreise stark aufs Gemüt. Doch war ich zuversichtlich, dass bei meinem Arbeitgeber alles anders werden würde. Ich sollte recht behalten, denn hier muss nicht jeder nur seinen Kaffee selbst kochen, sondern ihn auch noch aus eigener Tasche finanzieren und beschaffen. Ich war geschockt: Hatte man in den neuen Bundesländern noch nichts von dem Grundbedürfnis eines Büroangestellten nach 2-3 Litern Kaffee am Tag gehört? Das kollektive Kaffeekochen in der Küche fördert zwar sicherlich die Kommunikation unter den Angestellten, doch unterbricht es den Arbeitsfluss zuweilen erheblich.

Die Sache mit dem Schlüssel 

Mir blieb also mehr Zeit für interessante Aufgaben. Auch vor und nach der Arbeit. Zum Beispiel durfte ich gleich nach meiner Ankunft in Berlin die Erfahrung machen, dass koreanische Autos einen seltsamen Sinn für Humor haben: Nachdem ich meine Wohnutensilien zur Hälfte ausgepackt und in meinem neuen Zimmer verstaut hatte, befand sich der Autoschlüssel nicht mehr da, wo er sein sollte. Weder in meiner Hosentasche (dort befand sich nur ein verheddertes Kopfhörerkabel), noch irgendwo im Zimmer. Der Autoschlüssel hatte sich seines Namens besonnen und den Platz ausgesucht, an dem er zu Hause war: Das Auto. Blöderweise befand er sich alleine dort. Ohne seinen Besitzer. Der stand nämlich plötzlich vor dem Auto und kam nicht mehr hinein, denn der intelligente Koreaner-Jeep hatte sich wohl gedacht: „Hej, ich stehe schon mehr als fünf Minuten offen herum. Ich schließe lieber mal alle Türen ab, damit mich keiner klaut.“ Nun, das Auto wurde in der Tat kein Opfer eines Diebstahls, dafür musste es mit den Konsequenzen eines herzhaften Fußtritts leben. Mein Aggressionspegel  war sprunghaft angestiegen und konnte nur mithilfe physischer Kraftausübung wieder auf ein normales Level gebracht werden. Eine halbe Stunde später schaute ich gleichzeitig amüsiert und besorgt dabei zu, wie ein ADAC-Mitarbeiter die Karre professionell aufbrach und der Mensch schließlich doch noch über die Technik siegte. Letztlich hatte der automatische Verschließmechanismus also weder dem Auto noch mir etwas gebracht: Dem Koreaner wurde gezeigt, wie etwas geschah, was er eigentlich verhindern wollte und mir wurde eine ADAC Premium-Mitgliedschaft aufgedrückt, durch die das mickrige Praktikantengehalt gerade noch für einen vollen Tank reicht.

Ab heute werde ich nun versuchen, regelmäßig von meinen Erfahrungen in Berlin zu berichten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass 3 Monate Praktikum und eine nie schlafende Hauptstadt genügend Stoff für Erzählungen liefern. Man darf gespannt sein…

Selbst ist der Patient!

So operiert man richtig!Monatelang wurde um die Eckpunkte einer Reform gestritten, die schon im Ansatz reif für die Intensivstation ist. Themen wie der Gesundheitsfonds ließen regelmäßig die Politiker-Fetzen fliegen und letztlich wurde genau das Gegenteil von dem erreicht, was man ursprünglich wollte: Höhere Beiträge, unzufriedene Kassen und eine bloßgestellte Koalition.

Dabei wäre es so einfach gewesen: Wir hätten nur viel früher auf unsere osteuropäischen Kollegen in Bosnien schauen sollen! Hier geht man das Thema Gesundheitsreform pragmatisch an. Da wird nicht lange um den heißen Brei geredet, der Bürger wird einfach in den Reformprozess miteingezogen. Im konkreten Fall sieht das dann so aus: Die Patienten reparieren überaltete und defekte OP-Geräte selbstständig und lassen sich anschließend damit behandeln (dpa-Bericht vom 25.01.07). So lassen sich Kosten sparen und Patienten kommen nur dann ins Krankenhaus, wenn sie ihre Schmerzen wirklich nicht mehr aushalten.

Wenn dann gleich noch eine Strafe für krankmachende politische Entscheidungen eingeführt wird, ist unser Gesundheitssystem innerhalb weniger Monate wieder obenauf.

Keimfreie Katze

Keimfreie KatzeAu Backe: Da haben Forscher von der University of Florida doch herausgefunden, dass der ranzige Küchenlappen wieder zur Gesichtspflege geeignet ist, wenn er nur lange genug in die Mikrowelle gesteckt wird. Der Fertigfraßerhitzer als Dekontaminationsinstrument, darauf haben wir alle gewartet!

„Die Mikrowelle ist eine starke und billige Methode der Sterilisation“, postuliert einer der Forscher und fordert daher, schmutzige Handtücher, Lappen und sonstige bakterienverseuchte Putzutensilien mehrmals die Woche für mindestens zwei Minuten in den Traum aller Kochfaulen einzusperren.

Doch Vorsicht: Metallhaltig dürfen die Lappen und Schwämme nicht sein, sonst droht Funkenschlag und allgemeines Chaos. Revolutionär ist die ganze Sache sowieso nur deswegen, weil mit ihrer Hilfe vielleicht in Zukunft Anthrax bekämpft werden soll, genau der Milzbranderreger, der schon häufiger in kleinen Briefkuverts herumgeschickt wurde. Und man denke nur an die 9000 Menschen in den USA, die an den Folgen von den bösen Keimen jedes Jahr sterben! Ihnen wird es in Zukunft mit Sicherheit besser gehen.

Wir können auf neue Mikrowellenwarnaufschriften gespannt sein – amerikanische Herrchen und Frauchen, die ihren armen keimbefallenen Katzen nun in Zukunft guten Gewissens eine Keimbefreiung gönnen werden, gibt es sicherlich genug.