Update: Twitter dir einen

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© twitter.com

Ausgezwitschert?

So, nach knapp zwei Wochen Twitter-Erfahrung wird’s mal Zeit für einen kurzen Zwischenbericht. Dieser fällt eher nüchtern aus, denn der Twitter-Hype hat mich nicht gepackt. Woran das liegt? Nun, zuerst einmal daran, dass ich es oftmals schlichtweg vergessen habe, eine neue Statusmeldung einzutippen oder die Page überhaupt aufzurufen. Das mag einige meiner universitären Lehrkräfte in Entzücken versetzt haben, stand doch zuweilen tagelang auf meiner Twitter-Page, dass ich mich intensivst mit Mediencontrolling beschäftigen würde… mir jedoch fiel es selbst dann schwer, auf die eigentlich recht simple Frage „What are you doing“ zu antworten, wenn ich denn mal auf Twitter eingeloggt war. Unheilvolle Gedanken erfüllten dann meinen Geist: War mein Leben etwa zu ereignislos? Warum saß ich eigentlich herum während all diejenigen, denen ich virtuell folgte, irgendetwas Spannendes machten – zum Beispiel Herr Schäfer-Gümbel, der (noch vor seiner Niederlage)  politisch bedeutsame Ereignisse wie seinen Heringsessen-Marathon über Twitter dokumentierte. Da konnte ich nicht mithalten. Studentenalltag versus Zeitgeschichte, da musste es zwangsläufig einen Verlierer geben.

Social-Overflow

Das mag pathetisch klingen, aber es verdeutlicht einen Grundgedanken, warum ich Twitter als sinnloses Tool mit unausgeschöpftem Potenzial ansehe: Ich glaube einfach nicht, dass sich andere dafür interessieren, wenn ich zur Uni gehe, mir was hinter die Kauleiste schiebe oder im Wald herumlaufe. Und selbst wenn es jemanden interessieren würde, merkte ich zunehmend, dass ich all dies ganz gerne für mich behalte. Ganz abgesehen davon ist mir ein normaler Wochentag schlichtweg zu kurz, um mich regelmäßig um Facebook, StudiVZ, Xing, Qype, meinen Blog (jaja), Outlook und dann auch noch um Twitter zu kümmern.  Ich zölle denjenigen Respekt, die das schaffen, aber ich werde mich in Zukunft auf einige wenige Sooocial Tools konzentrieren müssen – sonst übermannt mich der garstige Entscheidungs-Overkill und am Ende sitze ich nur noch lethargisch in der Gegend herum. Es ist wirklich paradox, aber (zumindest gilt das für mich) bei je mehr Kommunikationsdiensten ich angemeldet bin, umso häufiger greife ich auf das klassische, altbewährte und früher von mir verhasste Telefon zurück. Ist das das Alter oder ist das Resignation?! Ich hab‘ zu viele Medien, holt mich hier raus.

Vielerorts wird Twitter bereits als unabdingbares Kommunikationsmittel für „alte“ Medien in einer „neuen“ Welt angesehen. Ob dabei die Touchfühlung mit den Rezipienten oder ein simpler PR-Kanal im Vordergrund steht, das ist noch unklar. Für mich bedeutet der Dienst kein neues richtungsweisendes Kommunikationsmittel. Ich mir kaum vorstellen, dass sich aus einem Unternehmen Online-Spielzeug, das mit doch recht kitschigen Wortfeldern wie „Tweets“, „zwitschern“, „Vögel“, etc. besetzt ist, ein seriöses Geschäftsmodell entwickeln soll.

Zwei Wochen Twitter reichen mir fürs Erste. Doch wer weiß, was in den nächsten zwei Wochen passiert. Digital verfasste Meinungen sind manchmal noch deutlich kurzlebiger als so manche Internet-Startups. Vielleicht schau‘ ich ja doch nochmal rein, wo ich gerade dabei bin….

Eine Antwort

  1. Ich habe mir im Gegensatz zu Dir noch keine Abschließende Meinung gebildet. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass außerhalb des Browsers laufende Tools wie z.B. Twhirl dazu führen, dass man mehr schaut was andere geschrieben haben und selbst auch mal was von sich gibt.

    Sonst würde ich mich eher als ein „von-unterwegs-zwischerer“ bezeichnen. Mit dem iPhone macht das absolut mehr Sinn und Spass. Mal eben ne Position hochladen oder ein Bild.

    Mal sehen wie es mit dem Dienst so weiter geht.

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