Marginalien

Kreative Inspiration

Zur Abwechslung einmal etwas wirklich Marginalphilosophisches. Über Menschen, die an ihren eigenen Ansprüchen scheitern und eine Gesellschaft, die sich selbst überholen will. 

Menschen denken. Immerfort und ohne Pause rasen kleine elektrische Impulse durch unsere Gehirne und kreieren neue Gedanken, Ideen und Inspirationen, aber auch Sorgen. Unsere grauen Zellen leisten kontiniuierlich Schwerstarbeit, lassen uns quasi sekündlich Entscheidungen treffen, auch wenn wir dies häufig gar nicht bemerken. Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dass das Hirn funktioniert. Doch vergessen wir dabei mitunter, dass der menschlichen Schaltzentrale auch Grenzen gesetzt sind. Die auf uns einprasselnde Informationsflut muss vom Gehirn in kürzester Zeit bewertet und verarbeitet werden. Gleichzeitig soll das Hirn zunehmend mehr Aufgaben gleichzeitig bearbeiten können – Multitasking heißt der Trend. Möglichst immer mit einem Bein in jedem Wissens- und Fähigkeitsgebiet stehen. Kein Wunder, dass unser Geist das irgendwann nicht mehr mitmacht. Menschen fragen sich, warum sie am Ende vieles halb, aber nichts mit ganzem Herzen und voller Leidenschaft ausüben können. Ebenso verloren, wie man sich in einer zunehmend anonymen und entfremdeten Gesellschaft fühlt, findet man sich auch in seinem eigenen Geist nicht mehr zurecht. Verwirrt und unentschlossen wandert man den Irrweg Leben entlang, immer auf der Suche nach Halt. Geblendet suchen wir nach Anerkennung, denn diese gibt uns Zuversicht, dass unser Lebensweg doch keine Oddyssee ist. Unsere eigene Überzeugung diesbezüglich hat uns schon längst verlassen.

Der Mensch quält sich in einer Folterkammer, die er selbst erschaffen hat. Ein gläsernes Gefängnis umgibt ihn, ermöglicht ihm den Blick auf die ganze Welt, wie sie ist oder wie sie scheint. Doch er kommt nicht an sie heran, ständig scheitert er an seinen eigenen Ansprüchen.

Was will ich damit sagen? Dieser Blog will die Gesellschaft nicht verbessern. Er soll auch keine Moralpredigten halten, denn die Karrieren von Predigern werden häufig durch spitze Wurfgegenstände vorzeitig beendet. Dieser Blog ist zum Teil ein hoch egoistisches Projekt. Er soll Ordnung in meine eigenen Gedanken bringen und sie in Worten festhalten, bevor sie überschrieben werden. Gleichzeitig will dieser Blog unterhalten. Marginalphilosophisch natürlich, denn ich denke nicht im Traum daran, mir mehr als grenzwertige Philosophiefähigkeiten zuzuschreiben. Hinter mir höre ich ständig Riesen marschieren. Wie könnte ich da Großes leisten? Mein Dank gilt Johannes Brahms, der diesen Satz aussprach, als er nach dem Grund gefragt wurde, warum er in seinem Alter und mit seiner Erfahrung noch keine Sinfonien geschrieben hätte. Der Riese war in dem Fall niemand Geringeres als Ludwig van Beethoven.   

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