Medienflut

Kabelgewirr und Medienflut tun dem Nutzer selten gutDie Tatsache, dass Medien mittlerweile Bestandteil unseres Alltags sind, ist wohl unumstritten. Der durchschnittliche Deutsche – nennen wir ihn Klaus – lässt sich täglich vier Stunden von einem unterdurchschnittlichen TV-Programm berieseln und latscht immerhin schon 30 Minuten mit Stöpseln im Ohr herum, die an iPod & Co. hängen.

 Klaus erfährt während des Tages knapp 3 Stunden über das Radio, wie vielfältig 01379-Nummern ausgesprochen werden können, damit die horrenden Kosten für die Teilnahme an doofen Gewinnspielen vertuscht werden. Klaus surft außerdem noch eine halbe Stunde im Internet und spielt ein wenig an seinem Handy herum.

Kabelgewirr

So sieht also der Mediennutzungs-Kuchen von Klaus aus. Doch etwas wurde vergessen. Etwas, das bis jetzt noch keine einzige Studie erhoben hat. Dieser eminent wichtige Faktor lässt den Zeitanteil, den Klaus mit seinem MP3-Player verbringt, in ungeahnte Höhen schießen: Die Rede ist vom Kabelentwirren. Denn jedes Mal, wenn Klaus seinen iPod aus der Tasche zieht, hat sich das fiese Lautsprecherkabel schon wieder irgendwie verheddert. Die Zeit, die Klaus nun mit Fluchen, Stehenbleiben, Kabelentwirren und erneutem Fluchen, weil der iPod beim Entwirrvorgang auf den Boden fällt, verbringt, könnte er sicherlich sinnvoller nutzen. Über den Tag hinweg summieren sich diese wiederkehrenden Vorgänge auf eine stattliche Länge. Berücksichtigt man zudem die Tatsache, dass der erste Griff in die Jackentasche grundsätzlich das Handy statt dem ersehnten Musikspieler zum Vorschein bringt, wächst der betrachtete Zeitaufwand weiter an und steigt letztlich über den eigentlichen Prozess der Musikrezeption.

Innovationspotenzial

Natürlich übertreibe ich maßlos. Kritische Stimmen könnten sogar bemerken, dass Klaus wahrscheinlich gar nicht der repräsentative Bürger ist, sondern ein frustrierter blog-Schreiber, der keine Ordnung in seinen Jackentaschen hält. Vielleicht haben diese Stimmen Recht. Doch sollten sie es als Aufruf verstehen, endlich einen anständigen Kabelaufzieher zu erfinden. Einen Kunden haben sie zumindest sicher.

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