Im zweiten Leben wird alles besser…oder?

Ein echter Sunnyboy im zweiten LebenOk, wie schon früher ersichtlich wurde, hänge ich der Zeit manchmal ein wenig hinterher. Somit erreichte mich auch der anschwellende SecondLife-Hype erst vor Kurzem, obwohl mein Lieblingsmagazin mit den oftmals seltsamen Bildunterschriften schon vor einem Monat darüber berichtet hatte.

Wenn also eine Spiegel-Redakteurin mit wenig Mühe ihre ersten Schritte in der virtuellen Welt vollführen kann, so ist dies einem lebensfreudigen Studenten gewiss auch möglich. So dachte nun der arme Tor und war schon bald frustriert wie nie zuvor.

Auch wenn dieser mäßig inszenierte Reim jeden Goethe sofort zu einer vollen 360°-Wendung im Grab inspirieren würde, so trifft er doch den Nagel auf den Kopf. Mag sein, dass Second Life eine wunderbare Welt ist. Mag sein, dass diese Welt unbegrenzte Möglichkeiten bietet und ein jeder bei ihren „Gründungsjahren“ dabei sein sollte. Doch wie, wenn die Technik nicht mitspielt?! Mir ist es ein absolutes Rätsel, wie ich mich mit meinem virtuellen Avatar identifizieren soll, wenn mein „Marc Hennesy“ herumkrückt und -ruckelt wie ein Raver auf einer Überdosis Designerdrogen. Der Kerl rammt Gebäude, andere Avatare und virtuelle „No Trespassing“-Grenzen wie fanatische Kirmesbesucher andere Boxautos. Dazu beglückt mich das Spiel im Viertelstunden-Takt mit netten Meldungen wie „It seems that Second-Life has crashed!“ Soso, es scheint also der Fall zu sein, dass das Programm abgestürzt ist. Danke für den Hinweis, allein der flimmernde Bildschirm und der anschließende Windows-Bluescreen hätten diese Annahme in mir wohl nicht aufkeimen lassen.

Vielleicht bin ich zu alt für dieses Spiel, habe zu lange Zeit technische Entwicklungen versäumt. Vielleicht ist auch meine Hardware zu alt obwohl ich sie erst vor einem halben Jahr gekauft habe. Vielleicht hänge ich auch einfach zu sehr an meinem „ersten Leben“ als dass ich mich mit irgendwelchen Hampelavataren identifizieren könnte.

Immerhin habe ich eine Sache in Second Life erreicht, die mir in meinem wirklichen Leben noch nie passiert ist: Nachdem ich mich ein paar Male in die Luft erhoben hatte und auf dem Kopf eines kiffenden Absolut-Wodka-trinkenden Schweden gelandet war, nannte mich dieser einen „big-gay-fucking-motherfucker“. Wow – danke, Second Life, dass du mir diese Erfahrung gegeben hast.

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